Mauer-Tourismus

Mit einer ausreichenden Portion Distanz könnte man den Zaun in der Westbank, der an so manchen Stellen eine ziemlich hohe Mauer ist, als eine Sehenswürdigkeit Palästinas bezeichnen. Nicht nur, weil er dazu führt, dass selbst jene, die von den besetzten Gebieten nichts wissen wollen, sie sehen müssen (Bild 1). Zugleich liefert er der internationalen Palästina-Unterstützer/innenszene ein zugkräftiges Symbol für ihr Engagement wie auch einen Anlass, mal wieder vorbeizuschauen. Und Graffiti oder oder gar ein Wandbild zu hinterlassen. Und wie es mit Sprüchen an der Wand nunmal so ist, geben sie tiefen Einblick in die zuweilen moralischen und ahistorischen oder sogar antisemitischen Ansichten der Verfasser/innen.

Durch die Mauer zu kommen war übrigens überhaupt nicht problematisch. Von Israel nach Palästina gab es keine Kontrollen oder ähnliches und wurden wir einfach durchgewunken. Allerdings waren wir alleine und konnten deshalb nicht sehen, ob es Palästinensern anders geht. Auf dem Rückweg gab es eine kurze Schlange, aber nach 10 Minuten waren alle durch – auch nicht länger, als man an Grenzübergängen anderer Länder benötigt. Für Einwohner Palästinas ist dieser Weg mit einem peniblen Gang durch den Metalldetektor verbunden; weil die Kontrolleure hinter Glas sitzen, gibt es keine Inaugenscheinnahme von Gürtelschnallen etc., sondern alles muss abgelegt werden. Das ist natürlich nervig. Zudem werden die Fingerabdrücke kurz elektronisch mit denen auf einer ID-Karte oder einem Passierschein abgeglichen. Zumindest ging alles recht fix; entweder, dieser eine Grenzübergang nach Bethlehem ist recht unkompliziert, es war an dem Tag nichts los oder es ist gar nicht die Schikanenparade, von der man sonst immer so liest. Wer weiß.

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(1.) Blick von Jerusalem (2.) Östlich von Jerusalem
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(3.) „Settlements no good Squats“ (4.) Betlehem
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(5.-14.) Betlehem (6.) Ausblick?
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(7.) „Warsaw 1943 – Compton 1992 – Bethlehem 2005″ (8.) „Israel ’07 = Germany ’37″
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(12.) Die Dollar-Chimäre frißt die palästinensische Friedenstaube…
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(14.) Zwei Kinder und eine Ziege passen in den Bauch der (jüdischen?) Schlange…