Nie wieder Schadensfreude

Man muss ja auch mal übers Wetter schreiben: Noch am letzten Wochenende haben wir im Sacher-Park in der Sonne gesessen und ob der Hitze den Schatten gesucht. Nach Hause gingen unterdessen Emails mit ein wenig Schadensfreude darüber, dass es nun auch hier kälter werde und wir ab und zu schon einen Pullover anziehen müßten.

Nun jedoch hat uns der hereinbrechende Winter auch in Jerusalem erwischt. Seit drei Tagen gibt es Regen und öfter mal heftige Gewitter. Vorgestern hat sogar zwei Mal die Erde vom Toten Meer ausgehend gebebt: 4,2 auf der Richterskala, bis nach Haifa im Norden soll es spürbar gewesen sein. (Allerdings habe ich davon leider nichts mitbekommen.) Um das apokalyptische Feeling noch zu verstärken, wurde zudem gleich mal ein junger Mann vom Blitz erschlagen.

Für die meisten Leute jedoch gehen mit dem Regen ganz praktische Probleme einher: Da es so selten Niederschlag gibt, hat man in nicht wenigen Gegenden auf eine Kanalisation verzichtet; dementsprechend setzt das Wetter die Straßen ungehindert unter Wasser und läßt allerlei Müll und Schmutz auf weite Reisen durch die Stadt gehen. Sehr blöde sicherlich auch für all die Leute, die die Keller ihrer Häuser zu Wohnungen ausgebaut haben. Gleichfalls schlimm: Da es so selten kalt ist, hat man sich in vielen Häusern die Heizungen und die dichten Räume gespart. Dementsprechend zieht die Kälte, die der Regen mit sich bringt, ungehindert auch durch die Fenster und Türen unserer Wohnung. Und es gibt weder Ofen noch Fernwärme, um sie zu vertreiben. Unsere Vermieterin käst sich unterdessen mit dem Heizgerät, den sie uns geben wollte, nicht so recht aus.

Insofern geht es am Wochenende erstmal zum Golf von Aqaba nach Eilat. Der Wetterbericht zeigt zwar Bewölkung an, aber das sollte bei Temperaturen von 23 Grad zu verschmerzen sein.


2 Antworten auf “Nie wieder Schadensfreude”


  1. 1 besserscheitern 23. November 2007 um 1:51 Uhr

    Mir is grad aufgefallen das ihr mit „religion is war“ ja eine durchaus straighte kategoriesierung habt. mir fiel gerade dazu „nietzsche“ ein, aber ich bin mir nicht sicher, ob das einer meiner typischen gedankenblitze oder eine zutreffende assoziation ist. Wie dem auch sei. Ich komme gerade aus unserer Lieblingskaschemme wo das Stichwort der Woche wohl „Heute lassen wir richtig anschreiben“ ist. Wetter ist scheiße, kalt und so. Na ja ihr wisst schon.

  2. 2 Counting the Cats 23. November 2007 um 9:06 Uhr

    Ja, das ist nur einer dieser tiefgehenden Gedanken, die sich hinter den scheinbaren Offensichtlichkeiten dieses Blogs verbergen. Oder einfach nur eine popkulturelle Referenz an eine bekannte Metal-Band? Die hört man aber nicht in der Lieblingskaschemme :-) Oder vielleicht heute abend? Viel Spaß!

    Wir müssen jetzt los, aus der Kälte hoffentlich in den warmen Süden.
    BTW Fernsehtip: Persepolis. Verspricht sehr viel :-)

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