Sexuelle Gewalt im ultra-orthodoxen Milieu

Jahrelang sei er sexuellen Übergriffen von Rabbis in den Religionsschulen ausgesetzt gewesen, gab ein Jugendlicher der Polizei kürzlich zu Protokoll – nachdem er selber wegen des Verdachts verhaftet worden ist, sich an seinen jüngeren Geschwistern vergangen zu haben. Über fünf Jahre hinweg soll er, berichtete die Haaretz am Dienstag, nicht nur seine jüngeren Schwestern und seinen Bruder, sondern auch Kinder aus der Nachbarschaft angegangen haben.

Bereits vor wenigen Wochen erregte der Fall eines ultra-orthodoxen selbsternannten Kinderpsychologen Aufsehen in Israel, der über Jahre hinweg in New York Dutzende, wenn nicht sogar Hunderte seiner Klienten vergewaltigt haben soll. Avrohom M. floh vor 25 Jahren nach Israel und konnte aufgrund fehlender Abkommen bis vor kurzem nicht ausgeliefert werden. Polizeibeamte berichteten, dass das beharrliche Schweigen der orthodoxen Gemeinden ihre Ermittlungen sehr schwierig gemacht habe. Opfer sagten aus, dass man ihren Klagen keine Beachtung geschenkt habe und die Rabbis trotz des Wissen über die Verbrechen schwiegen und es noch heute tun.


5 Antworten auf “Sexuelle Gewalt im ultra-orthodoxen Milieu”


  1. 1 Besserscheitern 03. Dezember 2007 um 18:50 Uhr

    Das Problem ist aber sicher kein signifikant ultra-orthodox, jüdisches. Regelmäßig gibt es die Skandale in christlichen Gemeinden. Der sich an Jungs vergreifende katholische Pope ist ja fast schon zu einem Klischee geronnen.

  2. 2 Counting the Cats 03. Dezember 2007 um 22:51 Uhr

    Nein, das ist es natürlich nicht. Das Lesen der verschiedenen Artikel zu dem Thema hat zwar den Eindruck vermittelt, dass das Schweigen in den Communities trotz des Wissens um die Verbrechen oder die Ignoranz gegenüber den Vorfällen besonders auffällig sei. Aber bei sexualler Gewalt in Familien oder eben auch anderen Gemeinschaften ist die Mauer des Schweigens ja ebenfalls nichts Neues.

    Genauso die Unterdrückung von eigener Sexualität nicht, obwohl es immer wieder krass ist, was man da so liest und hört: Kinder ultra-orthodoxer Eltern dürfen etwa keine Tierdokus gucken, wenn sich da jemand paart. Gute Aussichten für eine ausgeglichene sexuelle Erziehung… Aber wenn man sich in der Regel beim dritten Date verlobt, kann das ja auch nur schiefgehen :-)

  3. 3 Besserscheitern 04. Dezember 2007 um 0:08 Uhr

    Ok, dann müssen wir jetzt mal mit Nachdruck am Tag festhalten: „Religion is War“.Damit sindse denn auch alle gemeint, das ganze Asketenpack.

  4. 4 Counting the Cats 04. Dezember 2007 um 10:03 Uhr

    Und nicht mal nur die Asketen. Vielleicht sollte ich mal ein paar Geschichten von den christlichen Voluntären hier auspacken… :-)

  5. 5 Besserscheitern 05. Dezember 2007 um 16:08 Uhr

    Ich meinte, dass alle großen Religionen nicht wenig von Askese halten. Aber immer raus mit den Stories!

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