Vom Staat und dem Liebesleben seiner Bürger

Schlechte Zeiten für Romanzen. Eine Frau von den Philippinen wurde für drei Wochen am Ben-Gurion-Flughafen in Untersuchungshaft genommen, berichtet die Haaretz heute, weil die Behörden eine Liebesbeziehung zu einem israelischen Mann vermuteten. Erst am Donnerstag wurde sie gegen eine Kaution von 35.000 Schekeln (ca. 6.000 Euro) ihres Bekannten freigelassen, die sicherstellen sollen, dass sie nicht mehr als drei Monate in Israel bleibt.

Die Betroffenen hatten sich vor fünf Jahren über das Internet kennengelernt, sich seitdem zwei Mal auf den Philippinen getroffen und eine gemeinsame Reise nach Hongkong unternommen. Nun wollten sie durch Israel reisen. Die Behörden jedoch unterstellten, dass Daisy B. mit Daniel P. eine Beziehung hätte und sich mit ihm in Israel niederlassen wollte. Beide Betroffenen lassen sich gerade von ihren ehemaligen Partnern scheiden.

Beobachter kritisieren das Vorgehen der Behörden scharf. „Was wäre, wenn B. P.s Partnerin ist?“, heißt es in dem Blog zweier Anwälte. „Woher nehmen das Innenministerium und die Verfolgungsbehörden die Dreistigkeit, sich darin einzumischen?“