Koscher Hightech

Jetzt muss es nicht mehr heimlich passieren, fernab vom Blick des Rabbis, der überraschend vorbeischauen könnte. Mit einer am Montag veröffentlichten Mitteilung des Rabbinical Committee for Communication dürfen Ultra-Orthodoxe nun das Internet nutzen: „Wir sind von unseren Lehrern und Führern, mögen sie ein langes Leben genießen, gefragt worden, eine Lösung zu finden, die die Nutzung dieses Mediums ermöglicht, ohne den Hindernissen ausgesetzt zu sein, die in ihm existieren, Himmel behüte.“ So wird es fortan gestattet sein, spezielle Angebote der Provider zu nutzen, die eine Vielzahl normaler Seiten ausblenden oder zensieren und generell keine Bilder anzeigen. Die Erlaubnis ist nur für die geschäftliche Nutzung gegeben; das private Surfen wird nicht gern gesehen. „Wir beten und hoffen, nicht den Tag zu erleben, wenn das Internet, selbst das ‚koschere‘ Internet, in jedem Haushalt anzutreffen ist“, wird ein Mitglied des Komitees in der gestrigen Haaretz zitiert. Aus der Expertenrunde heißt es, dass 60 Prozent aller ultra-orthodoxen Haushalte einen Computer haben und 35 Prozent von ihnen das Internet nutzen. Es könnte jedoch auch sein, dass bis zu 40 Prozent aller Ultra-Orthodoxen schon online sind, meint die gleiche Quelle.

Ähnlich ungehorsam sind die ultra-orthodoxen Schäfchen beim Gebot ihrer Rabbis, nur koschere Handys zu nutzen. Von den 250.000 Mobiltelefonen, die laut einem Artikel der heutigen Haaretz schätzungsweise unter ihnen verbreitet sind, entsprechen nur 150.000 den religiösen Regeln und können weder für SMS‘, das Surfen im Internet oder Fotografien genutzt werden. Das Rabbinical Committee for Communication hatte die Einführung spezieller Mobiltelefone vor drei Jahren erlaubt, nachdem Hersteller Vorschläge für koschere Geräte gemacht hatten.