20 Jahre Women in Black

Anderswo wäre alles viel fulminanter gewesen. Kein Straßen wurden abgesperrt, keine Räumfahrzeuge waren präsent; die anwesenden Polizist/innen ließen sich an zwei Händen abzählen und waren vor allem damit beschäftigt, den Verkehr zu regeln. Zumindest ein paar Soldat/innen waren da. Und das, obwohl es sogar eine Gegendemo gab!

Zudem sind die Women in Black eine Gruppe, die mit ihrem stillen Protest gegen die Besatzung seit 20 Jahren Widerspruch, verbale und sogar gewalttätige Drohungen auslöst. Dabei ist ihr politisches Programm nicht sehr ausgefeilt: Seit die Frauen seit Beginn der ersten Intifada vor 20 Jahren wöchentlich an den immer gleichen Orten Israels protestieren, fordern sie einfach nur ein Ende der Besatzung der palästinensischen Gebiete.

Knapp 300 Menschen begingen gestern in Jerusalem mit einer öffentlichen Kundgebung den 20. Geburtstag der Gruppe. Viele Schilder, viele alte Leute in Schwarz, auch ein paar junge, eine Menge arabischer Teilnehmer/innen und allerorts englische und auch deutsche Sprachfetzen. „Und was hast du am 24. so gemacht?“ Nicht zu vergessen die Gegendemo: Vier, später acht, Rechtsradikale mit etwas weniger als 20 Plakaten protestierten auf der anderen Straßenseite, brandmarkten ihre Gegner als Antisemiten und forderten für sie die Todesstrafe. Dubiose Gestalten, die vor allem etwas mediale Aufmerksamkeit abbekommen wollten. Worum es den Women in Black eigentlich ging, wußten sie jedoch nicht; ihnen ist jede/r, die/der gegen die Besatzung ist, ein/e Gegnerin und wird von Islamisten finanziert: „Die Araber haben 21 andere Staaten, also sollen sie doch dahin gehen.“

Demo/ Demo/

Demo/ Demo/

Demo/ Demo/
Gegendemo: Mindestens zwei Schilder pro Person müssen schon sein

Demo/
Ob es noch mehr von seiner Sorte hier gibt?


4 Antworten auf “20 Jahre Women in Black”


  1. 1 mobster 29. Dezember 2007 um 22:13 Uhr

    Das mit dem kommentar zu dem stalin-t-shirt träger hab ich nicht verstanden. mehr wovon? stalin-fans pro anti-imp-soli mit palästina? stalin-t-shirt-träger auf israels strassen? stalin-t-shirt-tragende raucher?

  2. 2 Counting the Cats 29. Dezember 2007 um 22:30 Uhr

    Na eher, ob es heutzutage noch mehr solcher skurrilen Typen in einem so kleinen Ländchen wie Israel gibt. Die Quote von Linksradikalen ist schon so nicht sehr hoch hier, und da fallen solche krassen Blüten, die Stalin auf ihrem Bauch spazieren tragen, noch eher auf.

    BTW: Zwecks Antiimp-Krams und so haben wir auf der Kundgebung leider mangels Arabisch- und Hebräischkenntnissen wenig verstanden. Und letztendlich habe ich mich dann zu lange mit den verwirrten Rechten aufgehalten…

  3. 3 dddddd 30. Dezember 2007 um 19:24 Uhr

    Der mit dem Stalin Tshirt ist in der Linke ganz bekannt. er heisst Angelo und er traegt immer (wirklich immer) ein Tshirt von Stalin. er ist der einzige Stalinist in Israel den ich kenne (vielleicht gibts auch einige alte Russen, aber sie gehen nicht demonstrieren). Alle wissen dass er ein Irre ist, aber er ist doch ganz nett obwohl er immer ueber die Luegen von Khruchtschov und Brazniev spricht…

  4. 4 Counting the Cats 31. Dezember 2007 um 9:43 Uhr

    Lustig! So sonderbar die Stalin-Verehrung auch sein mag, so hat seine skurrile Art ja doch etwas auf komische Art Sympathisches. Gibts bestimmt überall, solche einzelnen Leute :-)

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